Coexister Germany e.V.

Der Verein

Was ist Coexister ?

 

 Coexister ist eine Jugendbewegung, deren Ziel es ist, sozialen Frieden, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Freundschaften zwischen Menschen mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen und Weltanschauungen (spirituell, religiös, philosophisch), durch Zusammenarbeit und Durchführung gemeinsamer Aktionen in den Diensten der Gesellschaft und des Allgemeininteresses zu stärken.

Unsere Überzeugung ist, dass Vielfalt eine Bereicherung ist und das Potential hat, eine Gesellschaft zu stärken, indem sie Austausch und Verständnis ermöglicht. Wir stehen für einen demokratisch-freiheitlichen und säkularen Staat mit einer vielfältigen und multireligiösen deutschen Gesellschaft, in der sich die Individuen mit Respekt und Verständnis gegenüberstehen. Wir verurteilen jede Form von Diskriminierung und sehen in der Begegnung den Schlüssel zum Zusammenhalt.

Wir erachten das Gesellschaftsmodell der Aktiven Koexistenz im Sinne eines kooperativen Miteinanders von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Weltanschauungen, als einen positiven und notwendigen Beitrag zur Förderung eines friedlichen Zusammenlebens und zum Abbau gesellschaftlicher Spannungen.

 

 

Coexister in 6 grundsätzen

1. Diversität

Diversität in all ihren Formen ist zunächst einmal eine Realität, ein allgemeiner Zustand. Sie ist eine Chance, Begegnungen und Lernerfahrungen zu ermöglichen. Sie ist ein Mittel und nicht ein Hindernis für die Einheit. Sie ist ein Reichtum für die Menschheit, da sie Teil des immateriellen Erbes ist. Deshalb streben wir Einheit in der Vielfalt an.

2. Einheit

Die Einheit ist nicht einzigartig und homogen. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaft zwischen Menschen verschiedener Identitäten, unterschiedlicher Herkünfte, Geschichten, Glaubensrichtungen und Überzeugungen. Vereint durch Differenzen – das Gegenteil von Vielfalt ist nicht Einheit, sondern Spaltung. Einheit schließt alle Formen der Böswilligkeit oder Heuchelei aus. Sie basiert auf Wohlwollen, gewaltfreien Konfliktlösungen und dem grundsätzlichen Respekt vor jedem Menschen in seiner Integrität und seinem Dasein. Das ist der Zweck einer jeden Gesellschaft.

3. Freiheit

Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit sind grundlegende Prinzipien der Menschenrechte. Jeder Mensch hat die Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben, ohne Stigmatisierung, Diskriminierung oder Entzug von Rechten zu riskieren. Die allgemein anerkannten Menschenrechte sind die Basis unseres Handelns.

4. Inlusive Identität

Die Identität ist ein grundlegender Bestandteil des Individuums. Sie ist nicht monolithisch, sondern kann multipel sein. Sie bringt verschiedene Realitäten zusammen: religiöse, nationale, kulturelle, sprachliche und andere. Unsere Identitäten verstehen wir als inklusiv: als Quellen der Erfüllung und Verwurzelung, die uns befähigen, uns den anderen zu öffnen und deren Identitäten kennenzulernen.

5. Geschwisterlichkeit

Geschwisterlichkeit bedeutet ein Zusammenleben des Miteinanders und nicht Gegen- oder Nebeneinanders. Dabei wollen wir uns als Menschen auf Augenhöhe begegnen und sowohl unsere materiellen, als auch spirituellen Dimensionen und Bedürfnisse wahrnehmen und miteinander teilen.

 

6. Aufrichtigkeit

Wir wollen uns mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit begegnen. Das bedeutet, dass wir von jeglicher Form von Bekehrung absehen und dass wir die anderen in ihren Überzeugungen annehmen, solange diese auf einer gegenseitigen Akzeptanz beruhen.

Wie erreichen wir unsere Ziele des sozialen Friedens, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Intergruppen-Freundschaften?

Hierfür machen wir Events und Aktionen entlang unseres

3-Säulen-Modells :

 

Dialog

Dialog ist die Grundlage für Begegnung und Kennenlernen. Jede Lokalgruppe organisiert Besuche von Kultstätten, Debatten, Konferenzen, Ausstellungen Filmvorführungen oder das gemeinsame Erleben von religiösen Festen,  Diese Veranstaltungen ermöglichen es jedem sich selbst und anderen näher zu kommen. 

 

Solidarität

Unterschiedliche Hintergründe, verschiedene Erlebnisse – ein Ziel. In gemeinsam organisierten sozialen Projekten wollen wir als Gruppe zusammenwachsen und uns für die Gesellschaft insgesamt einsetzen. Dabei haben die verschiedenen Lokalgruppen großen Freiraum, um die Interessen und Fähigkeiten ihrer Gruppenmitglieder zusammenzuführen. Bisherige Solidaritätsaktionen haben z.B. Sammlungen von Kleidung und Spielzeug, Blutspende-Aktionen, Aktivitäten mit Obdachlosen oder in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche umfasst.


 

Sensibilisierung

Die Sensibilisierungs-Arbeit erlaubt es uns Botschafter der “aktiven Coexistenz” zu werden. Aktive Mitglieder, die dies wünschen, können von unseren professionellen Trainern geschult werden um selbst Workshops zu leiten, und zB. an Schulen die Idee von Coexister weiterzugeben.

 

Wie alles begann…

“Blut vergießen, nicht für Krieg, sondern für Frieden” – mit diesem Motto reagierten drei junge Menschen (mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen) auf eine Ausschreitung beim Israel-Palästina-Konflikt und gingen gemeinsam Blutspenden. Das war der Start von “Coexister France” – eine Bewegung junger Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe, die mittlerweile ca. 3000 Mitglieder umfasst, die in ca. 50 Lokalgruppen (?). Auch über die Grenzen hinaus strahlte Coexister bald aus und so gründeten sich weitere Coexister-Gruppen in anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Belgien, England und die Schweiz. Einmal im Jahr kommen alle zu einem europäischen Jugendtreffen zusammen, in dem Zeit und Raum für Begegnung und Dialog, Workshops, Trainings und Solidaritätsaktionen bleiben.

 Seit Sommer 2020 hat sich auch ein internationales Coexister-Netzwerk gebildet, mit nationalen Verantwortlichen aus den Ländern Frankreich, Deutschland, Nigeria, Indien und den Philippinen – die “Global Interfaith Youth Movement” (GIYM). Aufgrund der Pandemie finden die Treffen und Workshops bislang digital statt. Gründungen von nationalen Coexister-Vereinen finden derzeit in den genannten Ländern statt.

 

 

Der Vorstand: Wer sind wir?

Vorstellung der Personen

Co-Vorsitzende:

Carolin Hillenbrand, geb. 1992, M.A. Politikwissenschaft und Christliche Theologie (Studium in Mainz, Südafrika und Heidelberg), seit 2019 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Exzellenzcluster “Religion und Politik” an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie untersucht in ihrer Doktorarbeit die Rolle der Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus empirisch-vergleichender Perspektive. Sie war Mitgründerin der Lokalgruppe Rhein-Neckar 2017 und leitete diese bis 2019. Darüber hinaus ist sie die deutsche Vertreterin im internationalen Coexister-Team GIYM.

    Lokalgruppen:

    Sherin Ahmed, geb. 2000, Studentin der “Sozialen Arbeit”. Sie hat von 2018-2020 in Frankreich gelebt, wo sie 2019 der Lokalgruppe in Grenoble beigetreten ist. Im nationalen Coexister-Germany Team ist sie die Verantwortliche der Lokalgruppen. 

    Co-Vorsitzender:

    Yannis Umlauf ist 22 Jahre alt und studiert im Master “Human Rights and Humanitarian Action” an der Sciences Po Paris. Er war Mitgründer verschiedener Coexister Lokalgruppen in Deutschland und Frankreich. Als Fellow des ““Empowering Dialogue and Interfaith Networks” von UNAOC/UNCCT hat er die Kampagne #WeAreGermany gestartet, die die identitäre Vielfalt Deutschlands porträtiert. Er ist überzeugt von der Kraft der Veränderung von lokalen bis globalen Aktionen. 

     

     

    Öffentlichkeitsarbeit:

    Theodor Serbul, geb. 1991, Erstes Staatsexamen in den Fächern Spanisch, Geschichte, Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Mannheim, Cádiz und Buenos Aires. Seit Januar 2021 Studienreferendar beim Land Baden-Württemberg, und ehemaliger Teilnehmer an den “Dialogperspektiven” sowie Stipendiat bei dem Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk.